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Das passende System finden
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Das passende System finden

Wer sich heute für die Selbstständigkeit entscheidet, tut das selten aus Mangel an Stellenangeboten im Angestelltenverhältnis. Die Aussicht auf Beschleunigung der beruflichen Karriere hin zu mehr Eigenverantwortung und Ertrag gewinnt immer mehr an Bedeutung. Hier kann eine Franchise-Partnerschaft klare Vorteile bieten – sowohl gegenüber dem Angestellten-Dasein, als auch gegenüber der Selbstständigkeit als Alleinunternehmer. Aber wie finde ich das passende System?

Heute bieten rund 950 Unternehmer-Systeme ihre Geschäftsidee am Markt an. Ihre Vielfalt ist genauso spannend wie verwirrend. Dabei können die ungewöhnlichsten Ideen mehr Potenzial haben als so manch eine vertraute Geschäftsidee. Bei Newcomer-Systemen bietet sich häufig die Möglichkeit, an der Ausgestaltung des Systems stärker mitzuwirken, als das bei etablierten Franchise-Marken mit mehreren hundert Partnern der Fall ist. Bei diesen Konzepten profitiert man jedoch von einer häufig jahrzehntelangen Erfahrung.

Als Partner geeignet?

Die Voraussetzungen, die Sie als künftiger Franchise-Partner mitbringen sollten, sind zwar in ihrer Ausprägung so vielfältig wie die Geschäftsideen am Markt. Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist aber immer der unternehmerische „Biss“, kaufmännisches Verständnis, Vertriebsstärke und Lust am Umgang mit Kunden. Wesentlich sind ein markenbezogenes – und nicht ich-bezogenes – lokales Engagement sowie die Freude an Kommunikation.

Franchise kann die einfachere Form der Existenzgründung und der Expansion sein, ist aber nicht in der Lage, unternehmerische Unzulänglichkeiten auszugleichen und damit Pleiten zu verhindern. Ein gewisses finanzielles Risiko sollten Sie als Partner daher immer bereit sein einzugehen, und zwar nicht nur am Anfang. Auch im Laufe Ihrer Franchise-Partnerschaft sollten Sie kontinuierlich in Ihr Unternehmen investieren. Darüber hinaus dürfen Sie weder beim Vertrieb noch beim lokalen Engagement oder bei überdurchschnittlichem Arbeitseinsatz ins Nachdenken kommen. Denn als Franchise-Partner müssen Sie heute an Ihrem Markt in erster Linie zwei Herausforderungen bewältigen: Von „unten“ greift Sie der Einzelkämpfer mit Lokalkolorit und Flexibilität an. Von „oben“ drückt der preisaggressiv auftretende Filialist mit den Werbemillionen und dem globalen Marktzugang seiner Konzernmutter im Rücken. Dagegen müssen Sie sich durchsetzen, indem Sie sich die Kombination der Stärken Ihrer Hauptwettbewerber – Einzelkämpfer und Filialist – zu Nutze machen.

Auswahl des passenden Systems

Wenn Sie bereit sind, die Anforderungen an Sie als Franchise-Partner zu erfüllen, stehen Sie vor der Wahl des passenden Franchise-Systems. Die großen Markenwelten, wie sie die „All Stars“ bieten, sind auf den ersten Blick natürlich besonders attraktiv. Von ihnen gehen in puncto Marke die größten Anziehungskräfte aus. Aber auch kleinere Franchise-Systeme haben – solange sie ihre Hausaufgaben gemacht haben – ihren Reiz und bieten teilweise die Möglichkeit, noch weitgehend unerschlossene Märkte mit zu bearbeiten.

Klicken Sie hier, wenn Sie wissen möchten, welche 36 Systeme nach Meinung unserer Markenfranchise-Kommission zu den besten Franchise-Systemen gehören.

Eine weitere Übersicht über die am Markt aktiven Franchise-Systeme erhalten Sie zudem hier:

  • Die Top 10 der initiat und die darüber hinaus von den Beratern der initiat empfohlenen Franchise-Systeme
  • Die Internetportale franchise-net.de und franchiseportal.de
  • Das persönliche Gespräch mit dem für die Zielregion zuständigen initiat-Berater

Favoriten identifizieren

Insgesamt kann so eine Liste von 75 bis 100 sinnvollen Franchise-Systemen entstehen. Aus dieser sollten dann zehn Favoriten sowie zehn „Nachzügler“ ausgewählt und einer näheren Analyse unterzogen werden. Dabei sind die folgenden Fragestellungen besonders wichtig:

  • Ist die Branche für den Franchise-Partner attraktiv und glaubt er an ihre positive Bedarfsentwicklung im nächsten Jahrzehnt?
  • Ist das Franchise-System in der Zielregion schon mit einem Franchise-Partner aktiv und ist das verbleibende Marktpotential groß genug, um den Franchise-Partner als expansiven Unternehmer tragen zu können?
  • Ist die im Internet oder auf Anfrage kommunizierte Investitionshöhe für den Franchise-Partner tragbar?
  • Ist das prognostizierte Einkommen und dessen Entwicklung für den Franchise-Partner so attraktiv, dass er in die Franchise-Partnerschaft investieren will und in Zukunft als Unternehmer und Franchise-Partner des Franchise-Systems seinen Arbeitsalltag bestreiten möchte?

Persönliche Gespräche mit bestehenden Franchise-Partnern und dem Franchise-Geber

Am Ende sollten von den ausgewählten Franchise-Systemen drei bis fünf in die engere Auswahl genommen werden. Hier sollte der Interessent die Franchise-Geber anschreiben und um Informationsunterlagen bitten. Parallel dazu sollte er mit einem der Berater (z. B. von der initiat) Kontakt aufnehmen. Sie können die Auswahl noch mal bereichern und auf dem Weg zur Franchise-Partnerschaft beratend unterstützen. Im nächsten Schritt sollte man einige Franchise-Partner der favorisierten Franchise-Systeme besuchen und so deren Betriebs- und Arbeitsatmosphäre „erschnuppern“. Diese Gelegenheit sollte nach Möglichkeit auch genutzt werden, um den bestehenden Franchise-Partner nach seinen Erfahrungen zu befragen. Mit den danach noch verbleibenden interessanten Franchise-Systemen sollte nun ein persönliches und intensives Gespräch mit und in der Franchise-Zentrale geführt werden. Ein Besuch vor Ort lohnt sich für den Interessenten immer – denn die Präsentation des Franchise-Gebers ist immer auch aufschlussreich im Hinblick auf die spätere Franchise-Partnerschaft. Im persönlichen Gespräch mit dem Franchise-Geber erfährt der Interessent auch, welche Schritte der Franchise-Geber mit ihm gehen möchte, bevor sich beide für oder gegen eine mögliche Franchise-Partnerschaft entscheiden.

 

Fragen an den Franchise-Geber

Für den unternehmerischen Erfolg als Franchise-Partner sind die folgenden vier Bausteine relevant, die Interessenten gezielt hinterfragen sollten:

  1. Einkommen: Wie viele Franchise-Partner erzielen heute mindestens das vom Gründer gewollte Einkommen?
  2. Arbeit: Wie viele Franchise-Partner erbringen die vom Gründer gewollte Arbeitsleistung?
  3. Risiko: Welches Risiko geht der Gründer mit dem Anschluss an das Franchise-System ein?
    • Wie viele Standorte mussten in den letzten drei Jahren vorübergehend oder endgültig schließen?
    • Wie viele Franchise-Partner haben ihren Standort in den letzten drei Jahren aus welchem Grund auch immer verkauft und/oder geschlossen?
  4. Investition: Wie hoch ist die Investition der Franchise-Partner (die das gewollte Einkommen erzielt haben) in den ersten 24 Monaten?
    • Bis zu Eröffnung inkl. Ladenbau und Markteinführung
    • Bis zum Break-even-Punkt inkl. Lebenshaltung des Unternehmers und Abschreibung

Der Franchise-Geber sollte diese Fakten kennen und dem ernsthaften Interessenten mitteilen. Denn nur sie stellen den aktuellen Ist-Zustand des Franchise-Systems objektiv dar. Der Gründer kann nun erkennen, ob er die ihm vom Franchise-System gebotene Geschäftschance als realistisch oder unrealistisch, lukrativ oder unattraktiv, begehrenswert oder sinnlos empfindet.

Der Franchise-Geber muss seinerseits entscheiden, ob er dem Franchise-Partner vor dem Hintergrund seiner Erfahrung und seines Anforderungsprofils eine Teilnahme an seinem Franchise-System ermöglichen will. Skepsis und Vorsicht ist hier durchaus angebracht – denn schließlich hängt der Erfolg eines Franchise-Systems zu rund 75 % an der Motivation, Fähigkeit und Engagement der Franchise-Partner. Als echte Partnerschaft aufgestellt, muss sich der Franchise-Partner genauso auf das Konzept des Franchise-Gebers verlassen können wie dieser auf den Erfolgswillen und die Einsatzbereitschaft des Franchise-Partners.

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