Sie interessieren sich für eine Franchise-Partnerschaft? Wir haben Ihnen die zentralen Fragen und Anforderungen an Sie und Ihr Wunsch-System zusammengestellt:
1. Kundenangebot
Als künftiger Franchise-Partner muss ich mich mit dem Kundenangebot des Franchise-Gebers identifizieren können. Es muss mir Spaß machen, die Waren und Dienstleistungen meinen zukünftigen Kunden anzubieten! Ich muss zudem davon überzeugt sein, dass mein künftiger Standort ein ausreichend großes Kundenpotenzial bietet, sodass ich meine Umsatz- und Gewinnziele auch wirklich erreichen kann. Um hier sicherzugehen, muss ich mir den Wettbewerb vor Ort anschauen und erklären können, was mein Kundenangebot ausmacht, wie meine Kunden von meinem Angebot erfahren, und warum sie es besser finden sollen und können als das Angebot der Konkurrenz.
2. Unternehmenstyp
Als künftiger Franchise-Partner muss ich mich mit meinem neuen „Arbeitsplatz als Chef“ und Inhaber des Partnerunternehmens zu 100% identifizieren können. Es muss mir Spaß machen, mein Unternehmen wie von der Franchise-Zentrale vorgegeben zu führen und meine Aufgaben mit viel Engagement und – zumindest in den ersten Jahren – mit großem Zeiteinsatz am Markt umzusetzen. Zudem muss ich davon überzeugt sein, dass meine Persönlichkeit zum zukünftigen „Job-Profil“ passt. So werde ich mit Sicherheit einen großen Teil meiner Arbeits- und Freizeit mit dem Markenaufbau, dem Vertrieb und der Leistungserstellung (ca. 75%), der Unternehmensführung (ca. 15%) und dem lokalen Networking (ca. 10%) verbringen. Bei Dienstleistungsgeschäften muss ich zudem wissen, ab wann ich mir Mitarbeiter leisten kann. Bis dahin werde ich den größten Teil der Arbeiten selber erbringen müssen. Hier muss ich meine Familie und/oder mein soziales Umfeld mit einbeziehen und sicher sein, dass diese auch „mitziehen“ wollen und können. Denn als selbstständiger Unternehmer beziehe ich weder Gehalt, noch sorgt ein anderer außer mir für Umsatz und das richtige Kundenangebot.
3. Franchise-System
Passe ich zum Franchise-System, wie es sich heute darstellt, und passt es zu mir? Die Antwort zu dieser Frage ist etwas schwerer zu finden. Ich muss dafür in das Franchise-System eintauchen und meine eigenen Erfahrungen machen. Als erstes sollte ich mich mit drei bis fünf aktiven Franchise-Partnern unterhalten. So erfahre ich, ob ich sowohl das Partnerunternehmen als auch die Franchise-Partner so gut finde, dass ich mir meine berufliche Zukunft innerhalb des Franchise-Systems vorstellen kann. Im zweiten Schritt sollte ich von der Franchise-Zentrale die Möglichkeit erhalten, in einem Partnerbetrieb mitzuarbeiten. Viele Franchise-Zentralen bieten diese sogenannte Hospitation an. Wenn nicht, sollte ich erfahren, warum das nicht möglich ist.
4. Expansion
Bietet mir das Franchise-System die Möglichkeit, mit meinem lokalen Unternehmen weiter zu expandieren? Kann ich weitere Filialen eröffnen bzw. Vertriebseinheiten aufbauen? Gibt es dazu einen Expansionsplan? Ich sollte bereits frühzeitig mit meinem zukünftigen Franchise-Partner über Wachstumsmöglichkeiten sprechen und mir so darüber im Klaren sein, ob ich die an mir gestellten Erwartungen erfüllen kann und will und ob sich diese mit meinen Erwartungen an das System decken.
5. Businessplan und Franchise-Vertrag prüfen
Nach diesen ersten Schritten kann ich aus dem Bauch heraus „ja“ zum gewählten Franchise-System sagen. Der Kopf entscheidet nach der Prüfung des Businessplans und des mir angebotenen Franchise-Vertrags. Auch wenn der Businessplan natürlich nur auf Erfahrungswerten fußt, muss ich mir zutrauen, die gleichen Umsätze und Erträge erwirtschaften zu können. Der Franchise-Geber sollte den Businessplan mit Fakten untermauern können. Er sollte mir schriftlich bestätigen, dass mehr als 75% der in den letzten 3 Jahren ins Franchise-System eingetretenen Franchise-Partner
- den prognostizierten Umsatz- und Gewinnverlauf tatsächlich erreicht haben,
- den prognostizierten Investitionsbedarf tatsächlich nicht überschreiten mussten (inkl. Finanzpolster für Lebensunterhalt bis zum Break-Even),
- die Unternehmensentwicklung in Bezug auf die Arbeitsbelastung des Unternehmers tatsächlich erreicht haben. Die Kernfrage lautet dabei: Wie viele Wochenstunden muss ich selbst arbeiten, und ab wann kann ich einen Teil der Arbeiten wirtschaftlich sinnvoll an Mitarbeiter delegieren?
Wenn ich auf Nummer sicher gehen will, sollte ich eine individuelle Tragfähigkeits-Analyse durchführen lassen. Gemeinsam mit einem Berater werden hier, ausgehend von meiner Kosten- und Einkommenssituation, Szenarien für die monatlichen Einkommenserfordernisse und -wünsche erarbeitet.
Den Franchise-Vertrag muss ich mir von einer sachkundigen und unabhängigen Person erklären lassen. Es empfiehlt sich, dafür einen franchise-erfahrenen Rechtsanwalt aufzusuchen. Viel verändern kann ich hier nicht – denn schließlich lebt das Franchise-System vom einheitlichen Marktauftritt. Der wird in diesem Vertrag in Verbindung mit dem Franchise-Handbuch geregelt. Ich muss die Rechte und Pflichten des Franchise-Gebers genauso verstehen wie meine eigenen. Insgesamt muss ich diese Arbeits- und Ertragsteilung für sinnvoll halten und ohne Zaudern dahinter stehen.
6. Markenbild
Als künftiger Franchise-Partner muss ich ein Teil des vom Franchise-Geber vorgegebenen Markenbilds sein können und wollen. Denn ich bin derjenige, der es vor Ort am lokalen Markt verkörpern und etablieren wird. Eine nationale Bekanntheit ist zwar förderlich, aber bei Franchise-Systemen eher selten vorhanden. Die mir präsentierten Werbekonzepte sollten es mir daher vielmehr erleichtern, die gewollte Markenwelt am lokalen/regionalen Markt aufbauen und etablieren zu können.
Die vom Franchise-Geber präsentierte Kundenwelt hat mir darüber hinaus gezeigt, dass ich die Markenwelt tatsächlich auch verkörpern kann und will. Eine Internetrecherche kann mir zeigen, ob und inwieweit das Franchise-System als Marke in Foren, Artikeln oder Blogs eine Rolle spielt.
7. Operations
Als künftiger Franchise-Partner muss ich an die Zukunft meines Unternehmens glauben. Ebenso muss ich den echten Willen zur Selbstständigkeit mitbringen. Ich weiß, dass ich gerade in der Anfangsphase das „Mädchen für alles“ bin. Bis alles reibungslos läuft, muss ich mit meiner Arbeitskraft zu 100% zur Verfügung stehen. Die Situation wird sich für mich in der Regel erst nach 6 bis 24 Monaten entspannen. Die steigenden Umsätze und Gewinne sollten es mir dann ermöglichen, einige Aufgabengebiete an Mitarbeiter abzugeben.
8. Führungskonzept
Als künftiger Franchise-Partner muss ich viele Aufgaben nebeneinander erledigen. Ich darf nicht in die Versuchung kommen, eine Sache besonders gut zu machen und dafür andere zu vernachlässigen. Es muss mir Spaß machen, die alleinige Verantwortung für das Gelingen meines Partnerunternehmens zu tragen. Schließlich erleichtert mir der Franchise-Geber nur den Markteinsteig – am Markt durchsetzen muss ich mich selbst.
9. Verlässlicher Aktionspartner für andere sein
Ich weiß, dass ich mit zunehmendem Erfolg am Markt nicht mehr alles selbst machen kann und will. Dafür muss ich anderen einige meiner Aufgaben überlassen und sie vor allem mit meinem Geld wirtschaften lassen. Darüber hinaus muss ich schon heute für meine Umgebung ein verlässlicher Aktionspartner sein. Ich arbeite gerne im Team und akzeptiere auch Vorgaben, die ich nicht ändern kann. Denn diese Vorgaben dienen dem gemeinsamen Marktauftritt und helfen nicht nur mir, sondern dem gesamten System. Daher muss ich mich und mein Team auch mal für Aktionen und Elemente begeistern können, die ich so vielleicht nicht umgesetzt hätte.
10. Ladenbau
Als künftiger Franchise-Partner bin ich mit meinem Unternehmen ein wichtiger, aber kleiner Teil eines Franchise-Systems von oftmals mehreren 100 Franchise-Partnern. Ich weiß daher, dass ich auf den Ladenbau und damit auf das äußere Erscheinungsbild meines Unternehmens keinen großen kreativen Einfluss nehmen kann. Ich akzeptiere, dass die Franchise-Zentrale die systemgetreue Umsetzung regelmäßig kontrolliert und mir auch Vorgaben machen wird, wie ich diese aufrechtzuerhalten habe.
11. Werbekonzept
Als künftiger Franchise-Partner muss ich von Anfang an das Gefühl haben, dass die Franchise-Zentrale für mein künftiges Partnerunternehmen tatsächlich ein professionelles und ausgereiftes Werbekonzept mit den richtigen und effektiven Werbemitteln hat. Es kommt dabei nicht darauf an, ob es mir gefällt – ich muss nur davon überzeugt sein, dass es bei meinen zukünftigen Kunden gut ankommt! Die wichtigsten Elemente, die ich mir zeigen und erklären lassen muss, sind die Internetpräsenz und die Verkaufs- sowie Werbeaktionen innerhalb eines jeden Jahres, die die Franchise-Partner vor Ort zur Verfügung gestellt bekommen und umzusetzen haben. Auf dieser Grundlage kann ich mir ein Bild machen und erkennen, ob und wie ich als Unternehmer und Franchise-Partner in diese Franchise-Welt passe.
12. Kundenmanagement
Als künftiger Franchise-Partner muss ich bereit sein, meinem Franchise-Geber die notwendigen Daten meines Partnerunternehmens für die Fortentwicklung des Konzeptes zu überlassen. Auch sollte ich die Stärke zentraler Direct-Marketing-Aktionen nutzen, um so die eigentlichen Potenziale meiner Kunden auszuschöpfen.